Seemannslieder und Shantys gelten im allgemeinen als ein Lied, das von Seeleuten während der Segelschiffszeit bei der Arbeit gesungen wurde. Als die letzten Tiefwassersegler von den Weltmeeren verschwanden - Segelschulschiffe wohl ausgenommem-, erlosch auch die große Zeit der Shanties, weil sie als Bedeutung als Arbeitsgesang verloren hatten. Mit Hilfe und Unterstützung von Kapitän Frank Sakuth möchten wir einige Shanties und Seemannslieder als einmaliges Liedgut vergangener Zeit zum Downladen zur Verfügung stellen. Und eine Gelegenheit zum Singen oder Mitsummen gibt es allemal.

Doch zuvor noch etwas Geschichtliches:

Das Wort Shanty stammt entweder aus dem Englischen chant, was Kirchengesang, singen, preisen bedeutet, oder aus dem Französischen chanter, zu deutsch singen.

Man unterscheidet bei den Shanties drei Hauptgruppen:

1. Spillshanty (auch Capstan- oder Ankerspillshanty genannt). Das Spill wurde auf Gro8seglern von etwa zehn Matrosen gedreht, um beispielsweise den Anker zu lichten. Eine schwere körperliche Arbeit. Durch den rhythmischen Gesang wurde Arbeitserleichterung geschaffen. Eines der bekanntesten Spillshanties ist Blow, Boys, Blow. Auch in anderen Shanties kommt das Wort blow häufig vor. Blow heißt Schlag, Stoß, keuchen. (übrigens nannte man vor allem auf amerikanischen Seglern den Ersten Steuermann nicht selten Blower, den Schläger, weil er die oft bunt zusammengewürfelte Mannschaft häufig mit brutaler Gewalt beherrschte, roh, unnachgiebig, ja grausam war.)

2. Halyard-Shanty. Es kam zur Klipperzeit auf, als so berühmte Schiffe wie „Flying Cloud“, „Flying Fish“ und „Westward Ho“ ihre Rennen fuhren. Diese Shanties wurden bei den aufwendigen Segelmanövern mit dem ausholenden Ziehen der Taue gesungen. Sie bestanden aus Sologesang des Shantymans, kurzer Chorzeile, wieder Solo und längerem Chorsatz. In diese zweite Gruppe gehrten auch die Walkaway- oder Stamp-and-go- Shanties. Sie erklangen, wenn die Fahrensleute das Tau mit den Händen festhielten und damit über das Deck marschierten. An bestimmten Stellen des Shantys wurde dann laut aufgestampft.

3. Short-haul-Shanty. Es wurde gesungen, wenn mit kurzen kräftigen Rucken die Taue zu straffen waren. Der Vorsänger oder Shantyman war ein meist etwas älterer und sehr erfahrener Seemann, der über ein gro8es Repertoire an Liedern verfügte. Er mußte eine kräftige und wohltönende Stimme besitzen und war von den schweren Arbeiten befreit. Schließlich wusste jeder Kapitän, daß ein gutes Lied zehn Männer an den Tauen ersetzte.

Was sang der Shantyman? Er sang von der Arbeit, den harten Bedingungen an Bord, den mitunter recht miserablen Verhältnissen, dem schlechten Essen, aber auch von Mädchen und Liebe, von berühmt-berüchtigten Hafenvierteln wie Sankt Pauli, Schipperstraat, Ratcliff Highway oder The Bowery. Er ließ in seinen Liedern Bier, Rum und Whisky nicht aus, erzählte von einfachen Menschen und legendären Helden, von der Sehnsucht nach der Heimat. Vor allem in unserem Jahrhundert ist es vorgekommen, dass Shanties und Seemannsweisen abwechselnd gesungen wurden, rauh und sentimental, mit Herz und bisweilen recht kräftigen Worten. Eine kleinere Titelauswahl deutscher Shanties und Seemannslieder, auch moderner Art, mag das unterstreichen: Abschied von der See, Boot längsseits, Dat Leed von Grog, De Hoffnung, De Kock, Der allerbeste Koch, De Leichtmatros, De untofredene Seemann, Matrosenleben, Seemanns Freid' und Leed, Mien Mudder, Likedeeler, In 'n swed'schen Hering to Altona.

Die verfügbaren Lieder sind keinesfalls systematisch geordenet (was aber noch werden soll) und stehen als DOC - Datei zur Verfügung. Für Anregung und Hinweise zu weiteren Texten ist der Autor und Gäste dieser Site dankbar.

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Capri - Fischer